
Bronze-Skulptur zum Gedenken an die Opfer der Euthanasie

Turm der Erinnerung
Für mich steht der Turm als Symbol für ein Emporsteigen, ein Nach-oben-Kommen und das Weiten des Blicks.
Gleichzeitig kann ein Turm auch einengen, festhalten oder bewahren.
Den Turm der Erinnerung habe ich als Zeichen geschaffen.
Wie ein Baumstamm streckt er sich dynamisch und organisch nach oben, scheint dabei seine Balance zu verlieren und findet doch immer wieder zurück in ein imaginäres Lot.
Er steht für Erinnerung – für das persönliche ebenso wie für das gesellschaftliche Erinnern.
Erinnerungen werden oft verklärt, weichgezeichnet oder verdrängt. Jeder Mensch besitzt seinen eigenen, individuellen Blick zurück in die Vergangenheit – sei es auf das eigene Leben oder auf unsere gemeinsame Geschichte und damit auf die Wurzeln unseres Menschseins.
Die Oberfläche des Turms ist stark strukturiert. Sie symbolisiert, dass Erinnerung etwas Lebendiges ist.
Die Treppen, die sich wie eine Klammer um den Turm legen, führen ins Leere.
Dies verweist darauf, dass ein Ausstieg aus der Erinnerung – also das Verdrängen – letztlich in die Leere, in ein Nichts führt.
Heike Metz, September 2018
Turm der Erinnerung – Skulptur von Heike Maria Metz – Für das Bezirkskrankenhaus Lohr am Main
Die Skulptur „Turm der Erinnerung“ der Künstlerin Heike Maria Metz entstand im Kontext des Bildhauerinnen-Symposiums der Triennale 4 der Kunsthalle Schweinfurt. Für ihre Arbeit wurde sie ausgezeichnet und erhielt die Möglichkeit, ihr Gipsmodell in Bronze umzusetzen.
Die finale Bronzeskulptur wurde für das Bezirkskrankenhaus Lohr am Main realisiert und ist dort Teil eines Erinnerungsortes für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen.
Der „Turm der Erinnerung“ setzt sich künstlerisch mit individueller und kollektiver Erinnerung auseinander. Die organisch aufstrebende Form symbolisiert das Ringen um Erinnerung, das Schwanken zwischen Verdrängen und Bewahren sowie die Bedeutung historischer Verantwortung. Die strukturierte Oberfläche verweist auf die Lebendigkeit von Erinnerung, während die ins Leere führenden Treppenelemente die Konsequenzen des Vergessens thematisieren.
Die Skulptur ist nicht nur ein künstlerisches Objekt, sondern ein Mahnmal: Sie lädt Besucher dazu ein, sich mit Geschichte, Erinnerungskultur und den ethischen Fragen unserer Gegenwart auseinanderzusetzen.
Denkmal für Wilhelm Sattler (1784–1859)
Das Denkmal für Wilhelm Sattler (1784–1859) der Künstlerin Heike Maria Metz ist eine eindrucksvolle zeitgenössische Skulptur, die den Visionär, Unternehmer und Wegbereiter der Industrialisierung würdigt.
Die Bronzeplastik verbindet Kunst, Geschichte und Symbolik zu einem ausdrucksstarken Denkmal im öffentlichen Raum.
Im Zentrum der Skulptur steht eine sich nach oben öffnende Lebenstreppe auf der Grundlage eines Prismas. Diese Form symbolisiert den Lebensweg von Wilhelm Sattler, seinen unternehmerischen Aufstieg sowie seine bedeutenden Entwicklungen im Bereich der Farbenherstellung. Jede Stufe steht für wichtige Meilensteine seines Wirkens.
Das Prisma, das Licht in sieben Farben zerlegt, steht symbolisch für Verstand, Herz und Willen. Dynamische Oberflächen, konkave Formen und die Verbindung von Bronzeplastik und Patinierkunst verleihen dem Kunstwerk eine lebendige Ausdruckskraft. Das leuchtende Kupfernitrat erinnert an Wilhelm Sattlers Farbenfabrik und seine Innovationskraft.
Mit diesem Denkmal schafft Heike Maria Metz eine moderne Skulptur über Mut, Vision und den menschlichen Lebensweg – eine Verbindung von Industriegeschichte und zeitgenössischer Kunst.
Das Denkmal wurde am 12. Juli 2025 am Martin-Luther-Platz in Schweinfurt

Mit der feierlichen Übergabe des Denkmals an die Öffentlichkeit am 12. Juli 2025 am Martin-Luther-Platz in Schweinfurt wurde ein dauerhafter Ort der Erinnerung, Inspiration und Begegnung geschaffen, der das visionäre Wirken Wilhelm Sattlers auch für kommende Generationen sichtbar macht.
STADTMODELLE
Städte zum Anfassen schafft Heike Metz in monatelanger Detailarbeit. In Ihrem Atelier in Langenleiten entstehen Stadtportraits mit einem künstlerischen Blick auf die Besonderheiten der Städte. In Feinstarbeit modelliert die Künstlerin Fassaden, Fenster, Plätze, Kirche und ermöglicht so dem Betrachter die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben. Durch ihre Arbeit gelingt Heike Metz ein Blick auf Gebäude, Straßen und Plätze die weit über das bloße Abbild hinaus gehen. Sie verläßt das Modellhafte und transveriert Häuser und Fasaden zu Stadtportraits.
Stadtmodell - Schmalkalden
Zwei Jahre hat sich Heike Metz mit dem Projekt Blindenstein Schmalkalden beschäftigt. Unzählige Stadtbesuche, bei denen sie durch die Gassen und Hinterhöfe spazierte um Eindrücke zu sammeln, knapp 1000 Fotos zu machen und ein Gefühl für diese Stadt zu entwickeln. Beim Sehen dieser historischen Bausubstanz mit den vielen Fachwerkhäusern, wurde ihr schnell klar, das Schmalkalden nicht in einem klassischen Architekturmodell abgebildet werden soll, sondern das es ein detailiertes Stadtportrait werden wird.
Nach ca. 8 Monaten Modellierarbeit und Abformarbeiten war das Gipsmodell für den Bronzeguss erstellt. Jetzt kam die große Herausforderung für die Gießerei, die vielen Fascetten, den Detailreichtum und die Schärfe des Modells im Wachsausschmelzverfahren umzusetzen.
Nach vier Monaten Form- und Gussarbeiten war der Bronzeguß hervorragend gelungen.
Im November 2012 fand das Stadtmodell Schmalkalden vor dem Lutherhaus seinen Platz.
Dorfmodell - Langenleiten
Dorfportrait
Bronzeplastik von Heike Metz, 2013 – 2014
Für Ihr Heimatdorf hat Heike Metz ein besonderes Landschaftsrelief entworfen. Es Zeigt das Dorf Langenleiten das auf einem langgezogenen Bergrücken, der langen Leite liegt.
Die Künstlerin hat durch die Verknüpfung von Landschaft und Architektur eine Impression von der spezifischen Struktur dieses Straßendorfes geschaffen.

Löhnberg an der Lahn – Geschichte in Bronze verewigt
Mit großer Leidenschaft und außergewöhnlicher Präzision widmete sich die Künstlerin Heike Metz der Rekonstruktion des historischen Ortskerns von Löhnberg an der Lahn. Grundlage ihrer Arbeit war der erste Katasterplan aus dem Jahr 1816 – ein stilles Zeugnis vergangener Jahrhunderte, das durch ihre künstlerische Handschrift neues Leben erhielt.
Über den Zeitraum eines ganzen Jahres entstand Schritt für Schritt ein beeindruckendes Modell der Gemeinde. Mit viel Feingefühl wurden historische Gebäude, verwinkelte Wege und die ursprüngliche Struktur des Ortes detailreich nachgebildet. Dabei ging es nicht allein um Architektur oder Maßstab – sondern um die Seele eines historischen Ortes, um Erinnerung, Identität und das Sichtbarmachen vergangener Zeit.
Die Rekonstruktion stellte eine besondere Herausforderung dar: Viele historische Elemente existieren heute nicht mehr oder nur noch in Fragmenten. Durch intensive Recherche, handwerkliches Können und künstlerische Interpretation gelang es Heike Metz, die Geschichte Löhnbergs in plastischer Form neu entstehen zu lassen.
Nach der filigranen Modellierung folgte der Formenbau sowie der Bronzeguss im traditionellen Wachsausschmelzverfahren. Dieses jahrtausendealte Verfahren verleiht dem Werk nicht nur höchste Detailtiefe, sondern auch eine besondere Ausdruckskraft und Beständigkeit. Die warme Oberfläche der Bronze macht das Modell zu einem lebendigen Kunstobjekt – geschaffen für Generationen.
So entstand weit mehr als ein Ortsmodell:
Ein Kunstwerk, das Vergangenheit bewahrt, Geschichte fühlbar macht und die kulturelle Identität von Löhnberg auf eindrucksvolle Weise sichtbar werden lässt.